Eigen-Art macht Schule zurück

03/2005

Eigenständiges Solitär

In Mautern haben zwei Lehrer, respektive der von ihnen beauftragte Architekt Christoph Mayrhofer die Lösung des formal eigenständigen Solitärs gewählt, der die unmittelbare, von Siedlungshäusern geprägte Nachbarschaft weitgehend aus dem Blickfeld seiner Nutzer blendet und sich auf den Landschaftsraum der Wachau im weiteren Sinne bezieht

Ausgeklügelte Tageslichtführung

Der skulptural durchgeformte und mit Rücksichtnahme auf ökologische Aspekte geplante Baukörper gliedert die verschiedenen Nutzungsbereiche in einer sorgfältig durchdachten Raumfolge, deren Logik durch eine ausgeklügelte Tageslichtführung unterstrichen wird. Der Besucher betritt das Haus über einen gedeckten Eingangshof und einen Vorraum, der dank seines Bezuges zum Garten selbst schon zum Verweilen einlädt. Hier schließt auch das Gästezimmer an, das sich ebenfalls zum Garten öffnet.

Terrasse und Garten

Ein anderer Weg in das Haus – wohl der von den Bewohnern häufiger benutzte – ist nicht weniger attraktiv gestaltet. Er führt über die Garage, welche über einen kurzen, von den Nebenräumen flankierten Stichgang mit dem Wohn-, Koch- und Essbereich verbunden ist. Dieser ist zweigeschossig angelegt, hat einen Ausgang auf Terrasse und Garten und erhält über ein hoch liegendes Fenster zusätzliches Sonnenlicht. Der sorgsame Umgang mit Öffnungen kommt nicht zuletzt dem haustechnischen Konzept des kontrolliert belüfteten Niedrigenergiehauses zugute.

Obergeschoss aus Leichtbauweise

Das Obergeschoss - in Leichtbauweise aus Holz konstruiert und mit Holz verkleidet - ruht einer geknickten Röhre gleich auskragend auf dem Sichtbetonsockel des Erdgeschosses und überschaut mit einem großen Fenster den Straßenraum. Der Raum dahinter, das Arbeitszimmer, bietet 4000 Büchern Platz und vermittelt nicht zuletzt durch das die innen liegende Wand streifende Oberlicht eine kontemplative Atmosphäre.

Aussicht aufs Donautal

Auf der anderen Seite des lang gestreckten Körpers liegt – wieder durch einen die Nebenräume erschließenden Stichgang erreichbar - das Schlafzimmer. Es hat Zugang zu einem kleinen Gartenhof, der über dem Antritt der Stiege Platz gefunden hat, und ermöglicht somit einen unbeobachteten Aufenthalt im Freien, welcher der Intimität des Raumes entspricht. Das Fenster des Schlafzimmers wiederum hat seinen Bildausschnitt mit einem Blick in die terrassierten Hänge des Donautales sorgfältig gewählt.

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