Schräg zur Natur zurück

10/2003

Die Erweiterung

Die Erweiterung umfasste zunächst eine weitgehende Reduktion: das Haus wurde von allen überflüssigen Einbauten befreit. Durch die damit auf das Konstruktive zurückgeführte Bausubstanz wiederum führt nun ein schräger Schnitt, der nicht nur dazu dient, ihre allzu alltägliche Erscheinung mit ein wenig Originalität nachzurüsten. Die Schräge dient vielmehr dazu, Außenraum und Innenraum ebenso miteinander zu verschränken wie die einzelnen Nutzungsbereiche und Ebenen im Inneren des Hauses.

 

 

Sitzlandschaft und Sichtschutz

So wird etwa die Stiege, welche in der befreienden Schräge das Erd- mit dem Obergeschoss verbindet, von außen als eine Art künstlicher Hügel wahrgenommen, der gleichzeitig Sitzlandschaft und Sichtschutz für die ein wenig im Gelände abgesenkte Terrasse vor dem Wohnraum ist. Die alten Nebengebäude des ländlichen Anwesens fügen sich, durch eine kräftige rote Färbelung vom Wohngebäude abgehoben, mit diesem nun bewusster und damit wirkungsvoller in die Landschaft ein.

Fließender Übergang

Der über großzügige Verglasungen hergestellte fließende Übergang zwischen Außen und Innen findet seine Entsprechung in der Offenheit des Grundrisses. Die Zonierung vom öffentlichen Raum in privatere Bereiche erfolgt nicht über konventionelle Bauteile wie Wände oder Türen sondern viel mehr durch die Anordnung der Nutzungsbereiche im räumlichen Gefüge. Von der Straßen-abgewandten Seite zu betreten, erschließt sich das Haus dem Besucher als ein mehrere Richtungen offen lassendes Wegesystem, das im ausgewogenen Zusammenspiel von Küche, Wohnraum und Terrasse seinen Schwerpunkt findet.

Baden im Mondschein

Selbst das Schlafzimmer wird lediglich durch seine ansonsten völlig offene Lage im Obergeschoss geschützt und hat über eine großzügige Verglasung reichlich Anteil am Natur- und Landschaftsraum. Das vom Schlafraum aus erschlossene Bad wird ebenfalls nur mittels einer Glaswand von diesem getrennt. Auch hier wirkt die Natur über das breite Fenster unmittelbar in den Raum hinein, sodass Baden im Mondschein zu einem fast alltäglichen Ereignis wird.

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