Mittelalter und Moderne zurück
06/2004
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Revitalisierung
Der Architekt Ernst Beneder beschäftigt sich in einem jahrelangen Prozess mit der Weiterentwicklung Waidhofens. Seine Revitalisierung des Rathauskomplexes und der innerstädtischen Plätze sind international als beispielhaft anerkannt. Seine erste realisierte Arbeit in Waidhofen war jedoch der Bau eines Einfamilienhauses auf einem der alten Stadttürme. |
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Unsichtbare Lösung
Das klingt nun wesentlich spektakulärer als es – zumindest auf den ersten Blick – wirkt. Doch gerade das scheinbar Unsichtbare an der Lösung ist ihr Konzept. Am ehesten aus der Ferne, von den umgebenden Hügeln aus zu sehen, fügt sich das Bauwerk harmonisch in die Dachlandschaft der alten Stadt. |
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Pyramide aus Stahlbeton
Denn Ernst Beneder hat dem nur als Fragment überlieferten Turm eine Pyramide aus Stahlbeton aufgesetzt und so dessen einstige Form zwar im Umriss nachgezeichnet, von einer Rekonstruktion nach historischen Vorbild aber eindeutig Abstand genommen. Was sich von weitem gesehen mit dem Bild mittelalterlicher Wehranlagen verbindet, ist aus der Nähe betrachtet ein zeitgenössisches Gebäude, das in einem dichten Gefüge von alten Häusern, Durchgängen, Stiegen und Höfen Platz gefunden hat. Der Aufgang in das mit großflächigen Beton-Tafeln verkleidete Gebäude führt über eine Stiege aus verzinktem Stahl und mündet in einem Windfang, dessen Decke von einem Schirm aus Stahlprofilen getragen wird. |
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Ungestört spürbar Das Konzept des Hauses ist jenes des offenen Raumes. Die Pyramide bleibt in Grundform und Materialität innen wie außen ungestört spürbar. Alle weiteren Räume sind dem großen Volumen auf mehreren Ebenen eingeschrieben und werden auf diese Weise den Anforderungen des Alltags gerecht. |
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Strenge Materialauswahl
Während die Grundform in Geometrie und Materialwahl Strenge vermittelt, folgen die Einbauten anderen, persönlich motivierten Zielen. Die so entstandenen Räume des heterogenen Gebildes sind nicht nur spezifisch und intim. |
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Bekenntnis zur Moderne
Auskragende Bauteile und kleine, rhythmisch gesetzte Fensteröffnungen verwandeln sich in einem Vexierbild zwischen heute und damals zu Wehrgängen und Schießscharten ohne auch nur für einen Augenblick Zweifel am Bekenntnis zur Moderne spüren zu lassen. |
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