Erweiterungs-Bau zurück

06/2005

Das alte Haus

Das alte Haus, etwa aus den Sechzigerjahren, spricht deutlich die Sprache seiner Zeit. Solid gebaut, mit vernünftig angelegtem Grundriss und vorschriftsmäßig geneigtem Satteldach an der Vorgartenlinie angetreten, hängt es seinen Holzbalkon zur Straße hin und hüllt das Oberstübchen vorsorglich in wetterfestes Eternit.

Der Umbau

Siegfried Meinhart hat den Umbau damit begonnen, die Garage am straßenabgewandtesten Ende des Grundstückes ihres sittsamen Steildaches zu berauben, zur Gartenhütte zu degradieren und durch eine Autoabstellfläche an der Straße zu ersetzen. Das alte Haus mitsamt der praktischen Verkleidung hat er in dunkelgraue Farbe getunkt und hinter ein metallenes Rankgitter versteckt. Der Erweiterungsbau lugt dahinter nur hervor und manifestiert sich straßenseitig hauptsächlich über die einläufige Stiege, die zum halbgeschoßig über Terrain liegenden Erdgeschoß führt.

Zwei Eingänge

Das neue Entrée erschließt über zwei Eingänge den Altbau und die neue Wohnung. Siegfried Meinhart hat mit seinem Zubau die zwei zueinander schräg gestellten Koordinatensysteme des bestehenden Hauses und der nördlichen Grundgrenze übernommen. Die Abfolge der Räume ist schnell aufgezählt: im Erdgeschoß Windfang, Garderobe und ein großer Wohnraum, eine Zwischenzone mit Archiv und Stiege an der ehemaligen Außenwand des alten Hauses. Im Untergeschoß: die Wohnküche.

Wintergarten

Ein (echter, das heißt unbeheizter) Wintergarten ist das Gelenk sowohl zwischen den Schrägen als auch zwischen Außen- und Innenraum. Im Erdgeschoß führt er auf einen Balkon aus Lärchenholz, der seinerseits die darunter liegende Lärchenholzterrasse beschattet.

Grünraum

Die Form, die Siegfried Meinhart für dieses simple Raumprogramm gefunden hat, erlaubt Kurzfassung bestenfalls mittels Aufzählen einiger Grundgedanken: Zunächst das Wiedergewinnen des „freistehenden“ Hauses durch das Ausblenden der Nachbarschaft. Die topographische Bearbeitung des Grünraumes und seine Gestaltung mittels Wasserbecken und Pflanzen ist hier ebenso Voraussetzung wie das gezielte Setzen von geschlossenen Flächen und Öffnungen im Haus.

Material

Die Materialien (Beton, Putz, Holz, Textilien ...) sind auf ihre optischen, haptischen, akustischen Eigenschaften überprüft und eingesetzt, das Licht - ob künstlich oder natürlich - als Gestaltungsmittel stets präsent.

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