Natur-Raum zurück

07/2012

Energie-effizientes Bauen ist (fast) schon eine Selbstverständlichkeit. Das hat nicht nur mit den stetig anspruchsvoller werdenden Auflagen der Baubehörden zu tun. Kaum jemand blendet – zumindest beim Bauen – die schmerzhaft steigenden Kosten aus, die man als Eigentümer eines Brennstoffschluckers aller Voraussicht nach wird tragen müssen. Als die Familie vor etwa zehn Jahren an die Planung und den Bau ihres Hauses dachte, wurden diese Überlegungen noch durch ein generelles ökologisches Verantwortungsbewusstsein und durch die tiefe emotionale Verbundenheit mit dem Bauplatz ergänzt. 

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So ist eines der ersten Passivhäuser Österreichs entstanden, das die Landschaft mit „so wenig Haus wie möglich“, wie es die Bauherrin ausdrückt, belastet. Auf diese Weise bleibt die Erinnerung an den familieneigenen Weinberg, der früher hier lag, in den Alltag des Wohnens eingeschlossen. Aus dem Wunsch der Familie nach der Minimierung des Eingriffes in die Natur ist ein bewusst bescheiden konzipiertes Haus hervorgegangen, eine „Wohnung im Grünen“. Das hat sich, obwohl der Passivhaus-Standard seinen Preis hat, wohltuend senkend auf Errichtungs- und Betriebkosten ausgewirkt. 

   
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Das eingeschossige Gebäude ist als Holzkonstruktion auf einem massiven Sockel errichtet. Der Holzleimbinder, der die gesamte 12 Meter lange Südfassade stützenfrei überspannt, gewährleistet die vollkommene Öffnung des dahinter liegenden Wohn-, Koch- und Essbereiches zum Garten und zur Aussicht. Dessen südseitige Verglasung ist für den Großteil des Wärmeeintrages aus der Sonnenenergie verantwortlich. 

   
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Die massive Rückwand des Wohnraumes wiederum sorgt für die Speicherung der Energie und die langsame Abstrahlung der Wärme an den Raum. Die nach Norden orientierten Fenster des Hauses sind zur Minimierung der Wärmeverluste nur im unbedingt erforderlichen Ausmaß und so klein wie möglich ausgebildet.

   
NaturRaum/K.J.Bauer Die Schlafräume liegen kompakt mit den entsprechenden Sanitär- und Nebenräumen gruppiert im Nordflügel des Hauses. Ein Nebengebäude, das mit dem Hauptgebäude einen intimen Eingangshof bildet, kann zur Deckung weiteren Raumbedarfes, etwa für die Hobbys der Kinder, heran gezogen werden. Die für den Fall des Versagens der Passivhaustechnologie vorsorglich eingebaute Fußbodenheizung wird nie gebraucht.   
     
NaturRaum/K.J.Bauer Und der Ausblick in die weite Landschaft ist genau so, wie die Bauherrin ihn aus ihrer Kindheit kennt. Manchmal fliegen Vogelschwärme ganz knapp über das Haus: der Wunsch, den Wohnraum zum Teil der Natur werden zu lassen, hat sich offenbar auch aus der Sicht der Natur erfüllt.