Badehaus am Berg zurück

05/2003

Reminiszenz

Dank des einige Jahre dauernden Sanierungsprozesses ist das alte steinerne Haus mit seinen klaren, schmucklosen Räumen weniger als Reminiszenz einer längst vergangenen Zeit wieder erstanden sondern viel mehr als Beweis für die Möglichkeit, auch heute noch gerade in der Vereinfachung und Reduktion jene Freiheit zu finden, die einer mit allen möglichen Gütern vollgestellten Welt längst verloren gegangen ist.

 

 

Ruhe und Entspannung

Doch fordert zeitgemäßer Komfort – selbst bei drastisch eingeschränkten Bedürfnissen – ebenfalls seine Rechte. Also wurde ein Badehaus errichtet, das als freistehender Baukörper mit dem Altbau lediglich durch einen schmalen Gang verbunden ist und die notwendigen sanitären Anlagen wie Badezimmer und WC enthält. Diese wiederum sind nicht als technische Notwendigkeit sondern vielmehr als Wohnräume konzipiert, in denen Ruhe, Entspannung und Wohlbehagen ihren Höhepunkt finden sollen.

Sparsamer Zubau

Der Anbau folgt denkbar einfachen Vorgaben, wie sie etwa die Anordnung einer leicht zugänglicher Kompostierungsanlage unter dem Badehaus darstellte. Ebenso rational, ja sparsam ist die Organisation des Zubaues, dem es aber gerade dadurch gelingt, dem entlegenen Standort eine Hauch von Luxus zu entlocken. So ist etwa der Verbindungsgang mit einem Holzofen als Sauna zu beheizen, die allerdings weder eng noch stickig ist und überdies atemberaubenden Panoramablick zu bieten hat.

 

 

Teil der Landschaft

Dank der einfühlsamen Positionierung des Badehauses, seiner einfachen Detaillierung und der Wahl ortsbezogener Materialien wie Holz oder Stein aus einem nahen Gebirgsmassiv wirken Altbestand und Neubau als wären sie immer schon hier gestanden, als Teil der Landschaft, die vor allem der Neubau mit klug gesetzten Fensteröffnungen effektvoll zu rahmen versteht.

Weiterführende Informationen