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09/2008
Wohnen im Grünen: das ist für die meisten von uns ein Lebenstraum. Erst wenn man sich an die Erfüllung der Träume macht, fächert sich diese Einstimmigkeit des Wunsches in jene Vielfalt von Antworten auf, die aus dem Wohnhaus im Grünen einen Spiegel seiner Bewohnerinnen und Bewohner macht. Weil viele dieser Spiegelbilder aber so frappierend ähnlich ausfallen, sind es gerade die gegen den Strich des Gewöhnlichen gekämmten Beispiele, aus denen wir am meisten lernen. Lektion Nummer eins wäre da allerdings: Entwurfsentscheidungen müssen begründet sein, wobei „schön“ oder „hässlich“ keine gute Gründe sind.
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Der Wunsch, den auf dem Bauplatz bestehenden alten Baumbestand ebenso zu schonen wie später hinzu gesetzte kostbare Pflanzen, kann die Lage eines Gebäudes ebenso vernünftigerweise beeinflussen wie das Planen zukünftiger Ausblicke und Besonnungslagen oder der möglichst sparsame Umgang mit dem Raum – auch dem Außenraum! – an sich.
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Im vorliegenden, von den Wiener synn architekten entworfenen Fall haben diese Überlegungen dazu geführt, das Wohnhaus nur um Garagenbreite vom Nachbargebäude abgerückt an die Straße zu stellen, nicht ohne der durch einen schlanken Sichtbetonbügel zusammengefassten Einheit von Garagentor und Eingangstüre ein würdiges Vorfeld einzuräumen.
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Haus und Garage sind als schlichte rechtwinkelige Körper ausgeformt, auf dem flachen Garagendach hat sich eine Terrasse mit Morgensonne ergeben, die Straße und Garten gleichermaßen überblickt. Die Fenster des Hauses sind ohne erkennbare Rücksichtnahme auf geometrische Gesetzmäßigkeiten, wohl aber mit Bedacht auf die durch sie gegebenen Sichtachsen in die glatte Fassade gesetzt.
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Ihre aus durchbrochenem Metall gefertigten Läden unterstreichen die Anmutung des Besonderen, mit der das Haus bei aller Betonung des Einfachen und Schlichten spielt. In einem spannenden Schwebzustand zwischen Ausstellungsvitrine und -objekt gehalten, gibt es dennoch die Verbindung von Form und Nutzung nicht preis.
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Über dem mit raumhohen Fenstertüren zum Garten geöffneten Wohnzimmer liegt die Decke höher, was in dem darüber liegenden Schlafraum mit dem über die Hausecke geführten Sitzerker spürbar bleibt. | ||
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Infolge dessen steigt auch das Pultdach des Gebäudes zu dieser Ecke hin an und verfremdet auf diese Weise subtil den Körper des Hauses zu einer durchaus alltagstauglichen Skulptur. Die von sorgfältig, in wohl durchdachter Lichtführung positionierten Schaukästen ergänzte Möblierung führt das Zwiegespräch von Gestaltung und Gebrauch im Inneren des Hauses fort. |
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