Bescheidenheit in Holz zurück

01/2009

Wer ein Haus baut, sollte wissen was er will. Die meisten Menschen wünschen sich – eingebettet in ein ungeachtet aller Individualisierungstendenzen offenbar doch recht homogenes gesellschaftliches Umfeld - etwas Ähnliches. Es sind die für ihr innovatives Potential bekannten Architekturbüros, die zur Anlaufstelle für besondere Vorstellungen vom Wohnen werden.

Wohnen im Sadtgebiet
So hat die junge Familie vor Beginn der Planungsarbeiten schon eine Liste auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulärer, letzten Endes dann doch für ein ungewöhnliches Ergebnis stehender Wünsche zusammengetragen: ihr Haus sollte aus Holz sein, es sollte im Betrieb wenig Energie verbrauchen. Heizung und Warmwassertaufbereitung sollten von einem mit Holz zu heizenden Kachelofen übernommen werden.
   
Wohnen im Stadtgebiet
Es sollte im ersten Stock eine von außen nicht einsichtige Terrasse geben und die Lage des Hauses auf dem Grundstück sollte Rücksicht auf den unterirdisch querenden Bach nehmen. Eine Vorgabe allerdings war gar nicht ungewöhnlich: der Bau des Hauses sollte das Budget der noch jungen Familie nicht sprengen, weshalb ein hoher Anteil an Eigenleistungen gewünscht wurde.
   
 Wohnan im Stadtgebiet
Ihren Architekten, Daniel Sauter, haben die Bauherren auf einer Holzbauausstellung in Bludenz kennen gelernt. Er hat ihre Vorstellungen in einer sehr großzügig wirkenden Anlage umgesetzt, die sich vor allem in der gut durchdachten Beziehung zwischen Haus, Umfeld und Nachbarschaft auszeichnet. Der Baukörper wurde so weit wie möglich an die hintere Grundgrenze geschoben, sodass der Bach nur noch unter dem Badezimmer verläuft. Durch Autoabstellplatz, Schuppen und Gartenmauern ergänzt ordnet das Haus den umliegenden Außenraum.
   
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Das Erdgeschoss ist relativ klein gehalten: neben dem Eingangsbereich sind hier noch ein Wirtschafts- und Technikraum sowie ein Arbeitszimmer mit raumhoher Verglasung untergebracht. Das Obergeschoss mit den eigentlichen Wohnräumen kragt, teilweise auf Stahlstützen ruhend, über das Erdgeschoss, wodurch sich nicht nur trockene Lagerfläche für das Holz hinter, sondern auch ein geschützter Sitzplatz im Freien vor dem Haus ergibt.
   
. Die Wohn- und Schlafräume im Obergeschoss sind allesamt zur Sonne orientiert. Die davor liegende, von einem breiten Dachvorsprung beschattete Terrasse hat eine Brüstung, die sie von außen her uneinsehrbar macht. Die Küche ist in einer Nische, gebildet von Abstellraum und Holzlager, untergebracht. Der vom Eigentümer selbst gesetzte Kachelofen hat einen zentralen Platz im Wohnbereich erhalten, von dem aus er in Kombination mit der Solaranlage das Haus heizt und das warme Wasser aufbereitet.