Landschafts-Dialog zurück

03/2009

Der Baustoff Holz steht für eine Breite von damit in Verbindung gebrachten Vorstellungen wie kaum ein anderer. Vom billigen Provisorium bis zur gediegenen Handwerksarbeit und vom Traditionell-Ländlichen bis zum Avantgardistisch-Urbanen scheint man alles aus Holz bauen zu können. Holz ist ein Stoff, an dem sich mitunter auch Weltanschauungen entzünden können.

Wohnen im Sadtgebiet
Für die Bauherren  jedenfalls stand fest: ihr Haus sollte – um der Atmosphäre willen - jedenfalls ein Holzbau werden. Auch am Wunsch nach einer geradlinigen, eindeutig zeitgenössischen Formensprache mit großen Fenstern um der privilegierten Aussichtslage auf das Tal gerecht werden, war nicht zu rütteln. Den Architekten, Daniel Sauter hat die Familie über das Internet gefunden. Sein erster Entwurf hat, unterstützt durch ein Modell, sofort ihr Vertrauen gewonnen. Er wurde allerdings im Laufe der Planungsphase (Dauer: ein Jahr) noch verändert.
   
Wohnen im Stadtgebiet
Das Haus erscheint sehr großzügig – größer als seine 178 m² Wohnfläche jedenfalls. Das hat einerseits mit dem Umstand zu tun, dass es auf der Eingangsebene einen gedeckten Garagenvorplatz gibt („sehr praktisch“) und zwei gedeckte Terrassen in den Wohnebenen.
   
 Wohnan im Stadtgebiet
Andererseits kommt im Inneren des Hauses der große, nur durch den Kachelofen geteilte Wohn-Ess-Kochbereich dank seiner ausgewogenen Proportionen und wohl auch durch die sorgfältig gearbeiteten Oberflächen (überwiegend: Holz) sehr vorteilhaft zur Geltung. Der Ofen verankert das Gebäude sinnbildlich im leicht abfallenden Gelände. Jenseits des Ofens scheint es über dem Terrain zu schweben.
   
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Die großen Verglasungen geben nicht nur auf der Talseite den Blick in die Landschaft frei. Der Essplatz wird von einer zweiten, nach Osten gewandten Terrasse flankiert, die eine Obstbaumwiese überblickt. Das über eine dezent verborgene Türe aus dem Wohnzimmer erreichbare Arbeitszimmer schaut mit einer über die Ecke geführten raumhohen Verglasung auf Wiese, Waldrand und dazu passendes Reh, was selbst dem Hausherren schon kitschig erscheint.
   
. Im Obergeschoss haben alle Räume, auch das Bad „Terrassenanschluss“. Während das WC hinter einer Wandscheibe geschützt liegt, bietet die Badewanne einen ausnehmend schönen Panoramablick bis zu den Schweizer Bergen. Das tiefe Vordach verhindert die sommerliche Überhitzung während im Winter die flacher stehende Sonne durch das ganze Haus scheint.
   
bvd

 

An der Vorderkante des Daches montierte automatische (lichtgesteuerte, windgesteuerte) Rollos bieten bei Bedarf zusätzliche Beschattung bei gleichzeitiger Durchsicht. Das Elternschlafzimmer öffnet sich über die Ecke auf eine eigene, auf dem Garagendach angeordnete Terrasse während die Sauna von einer Terrasse gleich neben dem Stiegenaustritt ergänzt wird.

Die Materialität des Hauses ist bewusst auf Holz, Glas und Kupfer (für das Dach und die Garagenaußenwand) beschränkt. Das Haus wird mit wenig Energieaufwand mittels Erdwärmepumpe und dem Kachelofen beheizt.