Ruhe-Pol zurück
06/2009
Der intensive Wunsch des Bauherren, sich manchmal in Ruhe mit einigen Büchern über das Wochenende zurückzuziehen, war der Ausgangspunkt für ein Kleingartenhaus mit maßgeschneidertem Ambiente. Auf einem schmalen Hanggrundstück – mitten in idyllischen Weinbergen mit einem fantastischen Ausblick auf die Silhouette von Wien – sollte das ungewöhnliche Projekt umgesetzt werden
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Der junge Wiener Architekt Christian Prasser stellte sich der Herausforderung und entwickelte die Idee für dieses kleine, private Refugium für den Bauherren, der sich die Arbeit für das Wochenende mit nach Hause nimmt, davon aber eigentlich nichts sehen will, sondern nur ohne das Gefühl von „Enge“ genießen will. Wichtig aber war es dem Bauherrn auch, die Räumlichkeiten nicht in eine Bibliothek zu verwandeln, sondern die Freiheit zu genießen, den Raum auch wirklich freizuhalten.
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Prasser wählte die Form eines Kubus von 5x5x5 Metern Kantenlänge, und schaffte so 72,4 Quadratmeter Lebensraum. Ein wohnliches Wochenenddomizil, als qualitätsvoller Ruhe-Pol, der für eine Bestimmung errichtet wurde: das Lesen. Das ganze Objekt wurde in eine Haut von kastanienbraunen Prodema-Platten im Furnierdekor gehüllt, die sich klar von der Umgebung absetzen, aber nicht vom Lesen oder von der Landschaft ablenken.
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Im unteren Teil des Kubus, wo Wohnzimmer und Küche platziert sind, lassen rahmenlose raumhohe Fenster einen beengenden Eindruck gar nicht aufkommen. Auf der anderen Seite der Eingangstür befindet sich ebenfalls eine großzügige Verglasung, die den Blick auf die Treppe in das Obergeschoss freigibt. Die gesamte obere Ebene ist für das Lesezimmer reserviert. Schmale Lamellenrollos, die in der Isolierglasscheibe integriert sind, ermöglichen eine zusätzliche Verstärkung der Innenraumkonzentration.
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Auf der anderen, von der Öffentlichkeit abgewandten Hofseite tritt die Erneuerung in den Vordergrund: von zahlreichen kleinteiligen Einbauten befreit, ergänzen sich nun das Haus und der Hof zu einem von Natur und Licht belebten Wohnbereich, dessen Außen und Innen über großzügige Öffnungen untereinander in Verbindung stehen. Die nach Süden orientierten Glasflächen verbessern wie die Warmwasserkollektoren auf dem Dach die Energiebilanz des Gebäudes durch die Nutzung der Sonne. | |
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Das Schlafzimmer und das Badezimmer sind im Untergeschoss. Der Weg zum Haus führt über ein begehbares Wasserbecken mit angeschlossenem Goldfischteich, das sich mit einer 75 Quadratmeter großen, holzbeplankten Terrasse verbindet. Eine reduzierte Gartengestaltung im Einklang mit der Architektur rundet das Konzept ab.
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In der Oase mit dem schönsten Blick auf Wein und Wien, die den Alltag schon beim Gartenportal abseits lässt, wird nun eifrig gelesen. Die saftig grüne Weinlandschaft, bietet kurze harmonische Momente der Ruhe und Entspannung ehe sich der Eigentümer wieder seiner Arbeit bzw. seinem Hobby, den Büchern widmet. |
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- Architekt des Projekts





