Land-Leben zurück
08/2009
Bauformen, die sich über die Jahrhunderte entwickelt haben, erscheinen uns perfekt. Besonders im ländlichen Bereich beeindruckt uns das in historischen Gehöften verwirklichte Zusammenspiel von Ort, Landschaft und Gebäude, von Natur und Technologie, von Gemeinschaft und Individualität. Will man solche Objekte allerdings bewohnen, tritt der Unterschied zwischen dem bäuerlichen Dasein vergangener Zeiten und dem heutigen Lebensstil schnell zu Tage. Die Familie Sch. hat die Kluft zwischen dem Stimmungsvollen und dem Praktikablen im Zusammenhang mit ihrer Liegenschaft erkannt und dank einer Kombination aus zeitgenössischer Architektur und Wertschätzung des Traditionellen erfolgreich überbrückt.
![]() |
Die Fassade ihres an einer der Hauptstraßen des Dorfes gelegenen Hauses erscheint unverändert. Doch gleich hinter dem – zugegeben –neuen aber immer noch hölzernen Tor wird die Neuordnung der Anlage sichtbar: anstelle der früher offenen Durchfahrt in den Hof dient nun ein an der Gartenseite verglaster Raum als klimatische Pufferzone, die unter anderem gute Dienste zur Überwinterung kälteempfindlicher Pflanzen leistet.
|
![]() |
Denn der ehemalige Wirtschaftshof ist einem ausschließlich der Zierde und Entspannung dienenden Garten gewichen, dessen abwechslungsreiche Erscheinung jedoch viel der Erhaltung kleiner Nebengebäude verdankt. Der schmale, sich zwischen den beiden nachbarlichen Mauern weit in die Richtung der Felder erstreckende Außenraum wird durch ehemalige Schuppen und Stallgebäude in unterschiedliche, der jeweiligen Nutzung angepasste Abschnitte gliedert.
|
|
![]() |
Da gibt es die sonnige Wiese, den schattigen Sitzplatz unter Bäumen, das stille Wasserbecken, den plätschernden Brunnen, das Gemüsebeet, den Obstgarten und natürlich viele sorgsam zusammengestellte Staudenrabatten, zwischen denen die Hennen der Nachbarinnen herumspazieren.
|
|
![]() |
Das Haus selbst orientiert sich - wie sollte es anders sein - mit einem Zubau auf diesen paradiesisch anmutenden Garten. Während das straßenseitig abschließende ursprüngliche Wohnhaus mit seiner kleinteiligen Struktur im Erdgeschoss die Schlaf- und Sanitärräume und im ausgebauten Dachraum ein Gästeappartement fasst, hat der Wohn-, Koch- und Essbereich im von Wänden ungeteilten Raum des Zubaues Platz gefunden. | |
![]() |
Dieser stellt als massiver, jedoch über die gartenseitige Ecke gläsern geöffneter Körper die Verbindung zwischen Innen und Außen her. Selbst mit seinem plastisch durchgearbeiteten, weit vorspringenden Dach deutlich ein Bauwerk seiner Zeit, erinnert er mit seiner dem Glas vorgesetzten Schicht aus horizontalen Holzlatten an traditionelle landwirtschaftliche Bauten und versieht den hinter den Lamellen liegenden Raum mit einem effizienten Sonnenschutz, der auch winters die Behaglichkeit erhöht.
|
|
|
|
Raiffeisen empfiehlt
- SendetermineKeine Sendung mehr verpassen! Die Termine für die kommenden Sendungen
- Land-LebenKombination aus zeitgenössischer Architektur und Tradition.
- Architekt des Projekts




