Stadt-Landhaus zurück
12/2008
Helle, großzügige Wohnräume, ein idyllischer Garten, weite Ausblicke bei bester – auch öffentlicher! - Verkehrsanbindung und Versorgung mit den Einrichtungen des täglichen Bedarfs sind nur einige der vielen Vorzüge dieses Wohnhauses im Herzen einer Provinzstadt. Vorzüge, welche die Eigentümer im Vertrauen auf ihre Architekten erst zum Leben erweckt haben, denn die Lücke in der ansonsten geschlossenen Bebauung der ehemaligen Hauptverkehrsachse wurde allgemein als unbebaubar betrachtet.
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Die in Freistadt ansässigen pointner pointner architekten haben das lange schmale Grundstück jedoch von der Straße im Westen bis zu der Geländekante an seiner östlichen Stirnseite in eine Folge von bebauten und frei gehaltenen Räumen geteilt und dabei die besonderen Merkmale des Ortes zur Verbesserung der Nutzbarkeit herangezogen.
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Die augenfälligste dieser Besonderheiten ist eine kleine, aus dem neunzehnten Jahrhundert stammende, in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt restaurierte Kapelle, welche die nordwestliche Ecke des Bauplatzes hält. Das Wohnhaus rückt folglich um die Tiefe eines gekiesten Eingangshofes von der Straßenflucht ab, welche wiederum von einer Sichtbetonmauer geschlossen wird.
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Nur der Abstellplatz für das Auto mit angeschlossenem Lagerraum tritt auf Eingangsebene als Südflanke an die Straße heran. Der sich zweigeschossig darüber erhebende Gebäudeteil scheint – unterstützt durch eine kleine Auskragung – darüber zu schweben und umschließt im obersten Geschoss straßenseitig eine dem Elternschlafzimmer vorgelagerte Terrasse, die wie das Fenster im darunter liegenden Arbeitszimmer den Blick auf einen der Tor-Türme der Stadt lenkt.
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Der Wohnbereich hat in einem ebenerdigen, entlang der nördlichen Grundgrenze an das Nachbarhaus angebauten Trakt Platz gefunden. Drei Stufen im Boden erzeugen auch hier wieder eine innere Zonierung, die den Funktionsablauf Kochen – Essen – Wohnen unterstreicht und überdies durch die Annäherung an die Topographie des Außenraumes das an zwei Seiten verglaste Wohnzimmer mit dem Garten verbindet.
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Dieser wiederum wird mit seinen Holzterrassen, dem alten Obstbaumbestand und der abschließenden, Freischwimmbecken und Gartenhäuschen Rückhalt bietenden Mauer zum vielfältig nutzbaren Wohnraum im Freien, der von seiner Offenheit gegenüber den anderen Hausgärten und dem sich dahinter erhebenden Landschaftsraum profitiert. Hier wie im Haus selbst ist der Dialog von Stadt und Land, von Alt und Neu, von Öffentlichkeit und Privatsphäre als Bereicherung des Lebens zu hören. |
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