Garten-Box zurück

03/2010

Es kommt ganz auf die Sichtweise an: man könnte das Bauvorhaben der Bauherren mit „Sanierung und Erweiterung eines Wohnhauses“ beschreiben. Dabei ließe man aber all das beiseite, was es für seine Bewohnerinnen und Bewohner so einzigartig macht. Die Wechselwirkung zwischen dem historischen Kern eines kleinen Weinbauortes und der nahen Großstadt, zwischen Alt und Neu, Schwer und Leicht, zwischen Gebäude und Natur.

SehensWert
Das aus den 1920-er Jahren stammende, für sein ruhiges Umfeld typische Siedlungshaus hatte neben seinem schönen Garten mit altem Baumbestand auch einige angenehme Räume mit gut erhaltenen Parkettböden zu bieten. Dennoch entsprachen weder seine Raumaufteilung noch die haustechnischen Anlagen heutigen Vorstellungen komfortablen Wohnens.
   
 SehensWert
Im Rahmen eines interaktiven Workshops der Bauherrschaft mit ihren Architekten wurden die positiven Aspekte des Hauses sowie seine Schwachstellen analysiert und Lösungsansätze für die Zukunft erarbeitet. Während der Garten und das charmante Erscheinungsbild des Hauses zur Straße hin auf der Haben-Seite zu Buche schlugen, brachten die geringen Raumhöhen, eine zum Teil unzeitgemäße, kleinteilige Grundrissorganisation und nicht zuletzt aufsteigende Feuchtigkeit sowie mangelnde Wärmedämmung deutliche Abzüge in die Bilanz.
   
 DurchDacht

Man entschloss sich, den Bestand für die Rückzugsräume der einzelnen Familienmitglieder zu adaptieren und den für unsere Zeit typischen Wunsch nach einem großzügigen Koch-, Ess- und Wohnbereich mit bestmöglichem Grünraumbezug in einem ebenerdigen Zubau zu befriedigen. Dieser liegt nun als einfache, lange, rechteckige Box etwas tiefer als der Altbau und verbindet diesen mit dem bestehenden Nebengebäude an der Grundgrenze.

   
sdfgasr Der dadurch entstandene gedeckte Zugang in das Haus zieht eine klare Grenze zwischen Alt und Neu. Gleichzeitig schließt er den Vorgarten zur Straße hin ab und umfasst auf der anderen Seite einen kleinen teils gekiesten, teils mit Lärchenholz belegten Gartenhof, in dem ein mächtiger Nussbaum eine wichtige Rolle spielt.
   
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In der Fortsetzung des Nebengebäudes bildet die Box einen überdachten Sitzplatz, vor dem Hauptgebäude aber wird sie zum neuen Zentrum des Familienlebens. Während der sorgfältig renovierte Altbau mit seinen Kastenfenstern der Straße ein nahezu unverändertes Gesicht zeigt, bezieht der Neubau mit seiner großflächigen Verglasung den Garten in den Wohnraum ein. Von störenden Einbauten befreit bieten jedoch auch das Erdgeschoss des alten Hauses und sein ausgebauter Dachraum eine angemessenen Rahmen für zeitgemäßen Wohnkomfort.

   
     
     
 

 

 
 

 

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