Wohneigentum wieder teurer – Finanzierungsnachfrage und Darlehenssummen steigen

Presseinformation vom 07.10.2025

  • Gewinner „Mietmarkt“
  • Fixzinsdarlehen am stärksten nachgefragt
  • Gemeinnütziger Wohnbau unverzichtbarer Faktor für leistbares Wohnen
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* monatl. Kreditrate für den Kauf eines österr. Einfamilienhauses durchschnittlicher Größe bei variabler/fixer Kreditfinanzierung (Beleihungsquote 90 %, 30J Laufzeit) in % des Netto-Haushaltseinkommens (Median); Quelle: OeNB, Statistik Austria, RBI/Raiffeisen Research

Wohneigentum ist im ersten Halbjahr erstmals wieder teuer geworden. Gegenüber Ende 2024 sind die Preise um 0,3 % gestiegen. Die Eiszeit auf dem Immobilienmarkt ist damit wohl vorbei. Seit Mitte 2022 ist die Erschwinglichkeit (gemessen am Verhältnis Immobilienpreise zu Tariflöhnen) um 27 % gestiegen, Wohnimmobilien sind damit so leistbar wie zuletzt Anfang 2018. „Gestiegene Einkommen und einbrechende Fertigstellungszahlen bei wachsender Bevölkerung sprechen für steigende Preise, absehbar kaum mehr sinkende Zinsen aber dagegen, dass die Bäume in den Himmel wachsen“, so Matthias Reith, Senior Ökonom für den österreichischen Wohnimmobilienmarkt bei Raiffeisen Research.

Ein Immobilienkredit kostete zuletzt (August, OeNB-Zinsstatistik) 3,4 % - Anfang 2018 waren es 1,8 %. Bei Kreditfinanzierung ist die Leistbarkeit trotz sattem Plus auf dem Gehaltszettel also angespannter als vor der Zinswende: Mussten Anfang 2018 bei kreditfinanziertem Hauskauf 28 % für den monatlichen Schuldendienst eingeplant werden, waren es im zweiten Quartal 2025 37 %.

 

Weniger Menschen wohnen im Eigentum – mehr in Miete

Im zweiten Quartal 2025 wohnten 6 Tsd. Haushalte weniger im Eigentum als im dritten Quartal 2022 – ein Minus von 0,3 %. Die Nachfrage nach Wohnraum hat sich dagegen nicht abgeschwächt. Denn gestiegene Zinsen und strengere Kreditvergabestandards haben dem Bevölkerungswachstum keinen Abbruch getan. „Der Traum vom Eigenheim wird seit Herbst 2022 länger in der Mietwohnung geträumt“, resümiert Reith. Der „Gewinner“ ist der Mietmarkt, 35 % oder knapp 2.000 mehr Haushalte pro Quartal als vor der Zinswende haben sich für das „Wohnen zur Miete“ entschieden. Gleichzeitig sinkt das Angebot. Was knapp und begehrt ist, wird zumeist schneller teurer: Die Mietentwicklung innerhalb Österreichs ist auch Spiegelbild regionaler Knappheit. Seit Q3 2022 sind die Angebotsmieten besonders stark in Feldkirch (+28 %), Kufstein (+21 %) und Wien-Josefstadt (+20 %) angestiegen. Kaum bis gar nicht teurer geworden ist „Wohnen zur Miete“ hingegen in Waidhofen/Ybbs (+5 %), Graz (+2 %) und Gmünd (0 %). Bezirke, in denen man Wohnraummangel nur vom Hörensagen kennt. „In den meisten Ballungszentren samt Umland wird der Wohnraummangel in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Die Mieten dürften dort überdurchschnittlich stark steigen,“ prognostiziert Reith.

Fixzins-Boom lässt Darlehensvolumen wachsen

In den ersten drei Quartalen 2025 hat die Raiffeisen Bausparkasse Nettodarlehen in Höhe von 564 Mio. Euro zugesagt und damit den Vergleichswert des Vorjahreszeitraums um mehr als 50 Prozent übertroffen (2024: 365 Mio. Euro). Getragen wird das Plus vom anhaltenden Trend, Bestandsimmobilien zu kaufen oder zu sanieren: 69 Prozent der Finanzierungen flossen in Kauf, Renovierung, Um- und Zubau bestehender Gebäude – nur 12 Prozent in Neubauprojekte. Kundinnen und Kunden setzen dabei klar auf Planungssicherheit: Knapp 82 Prozent der Mittel wurden als mittel- bis langfristige Fixzinsdarlehen mit Laufzeiten von zehn bis zwanzig Jahren vergeben. Parallel stieg die durchschnittliche Darlehenssumme deutlich auf 194.200 Euro (2024: 160.000 Euro).

Private Finanzierung für leistbaren, gemeinnützigen Wohnbau zunehmend wichtiger

Österreichs gemeinnützige Bauvereinigungen (GBV) sichern mit 25 Prozent Marktanteil ein Viertel der jährlichen Wohnbauproduktion und bieten Mieten an, die rund 25 Prozent unter dem Niveau anderer Anbieter liegen. Angesichts schrumpfender öffentlicher Budgets wird private Finanzierung jedoch zum Schlüsselfaktor, um diese Leistbarkeit zu halten. Als langjähriger Partner stellt die Raiffeisen Bausparkasse derzeit 830 Mio. Euro an Ausleihungen für GBV bereit. Allein 2025 wurden neun Projekte fixiert, zehn weitere befinden sich in der Pipeline.

„Gemeinnütziger Wohnbau ist zu einer unverzichtbaren Konstante für leistbares Wohnen in Österreich geworden. Durch beinahe schon serienmäßige Ausstattung mit Photovoltaik, Wärmepumpe oder kontrollierter Wohnraumlüftung, wird Leistbarkeit dort geradezu beispiellos mit hoher Wohnqualität verbunden. Ich bin daher überzeugt, dass gemeinnütziger Wohnbau in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird, wenn es um die Schaffung von verdichtetem Wohnraum in Österreich geht“, so Christian Vallant, Geschäftsführer der Raiffeisen Bausparkasse. 

 

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Über Raiffeisen Bausparkasse

Die Raiffeisen Bausparkasse ist das Spezialinstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich für die Finanzierung, Erhaltung sowie Verbesserung von Wohnraum. Sie bietet prämienbegünstigte Sparverträge an und ermöglicht mit maßgeschneiderten Darlehensangeboten neben der Wohnraumschaffung auch die Finanzierung von Bildungs- und Pflegemaßnahmen. Die Raiffeisen Bausparkasse ist die größte Bausparkasse Österreichs und serviciert rund 1,3 Millionen Kunden. Sie ist Mitglied der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative.
Mehr Informationen finden Sie unter bausparen.at.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Andrea Pelinka-Kinz 

Leitung Communications, Corporate Affairs & Stakeholder Management, Raiffeisen Bausparkasse 

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