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Brandgefahr einfach vermeidbar
Rauchen am Sofa, Billig-Akkus und vergessenes Kochgut am Herd: Dies sind die meist übersehenen Brandgefahren im eigenen Haushalt. Diesen vorzubeugen ist aber denkbar einfach, erklärt Abschnittsbrandinspektor Richard Berger.
In Österreich sterben jährlich 20 bis 30 Menschen an den Folgen eines Brandes, die Mehrheit davon in Privathaushalten. Im langjährigen Schnitt kommt es zu rund 7.000 Bränden pro Jahr – davon 3.000 bis 4.000 im Privatbereich. Bei den meisten Bränden gilt der Mensch als Hauptverursacher. Ein sehr großer Teil davon wäre einfach vermeidbar.
Elektrische Energie ist eine der Grundlagen für unser modernes Leben und zugleich eine der häufigsten Brandursachen. Neben Defekten bei Geräten, Leitungen oder Anlagen zählen immer häufiger auch wiederaufladbare Batterien bzw. Akkus zu den modernen „Brandstiftern“.
Mit der Leistungsfähigkeit und der Vielfalt ihrer Einsatzgebiete steigt auch die von Akkus ausgehende Brandgefahr. Wiederaufladbare Batterien bzw. Akkumulatoren sind in österreichischen Haushalten durchschnittlich in 15 verschiedenen Geräten bzw. Einsatzgebieten zu finden. Experten rechnen bis 2025 mit einer Verdreifachung der im Umlauf befindlichen Anzahl an Lithium-Akkus und daher mit einem rasanten Anstieg der Gefahrenquelle.
Niedriges Gefahrenbewusstsein
Eine Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt, wie sehr diese von Akkus ausgehende Brandgefahr in Österreich unterschätzt werden. Weniger als die Hälfte der Befragten überwacht Ladevorgänge. Ein Drittel lädt den Akku auch dann, wenn er oder sie selbst nicht zu Hause ist. Knapp 14 Prozent halten es für normal, dass ihr Smartphone sich erhitzt. Doch ganze sechs Prozent der Befragten haben bereits selbst einen Zwischenfall mit einem Akku erlebt.
Unser wichtigster Tipp
Niemals die meistvergessenen Brandgefahren unterschätzen!
- Rauchen Sie nicht am Sofa, im Bett oder auf einem anderen leicht brennbaren Untergrund.
- Rauchen Sie nicht, wenn Sie bereits müde sind.
- Drehen Sie den Herd immer ab, wenn Sie die Küche verlassen – auch für ein kurzes Telefonat.
- Rüsten Sie Ihren Wohnbereich mit einem funktionstüchtigen Feuerlöscher und Rauchwarnmeldern aus.
- Vorsicht bei Billig-Akkus! Bei auffallend günstigen Produkten kann es sein, dass an der Sicherheit gespart oder das Gerät nicht umfassend getestet wurde.
- Verwenden Sie zum Laden des Akkus ausschließlich das zugehörige und vom Hersteller freigegebene Ladegerät und Kabel.
- Laden Sie Akkus nicht auf brennbarem Untergrund.
- Laden Sie Akkus nicht unbeaufsichtigt – vor allem nicht während Sie schlafen.
- Empfehlenswert sind „Akku-Sicherheitstaschen“ zum Lagern, Aufladen und auch beim Transport von Lithium-Ionen-Akkus. Die Hülle besteht aus einem spritzwasserdichtem PVC-Stoff und innen aus einem feuerfesten Material wie beispielsweise Glasfaser.
Was tun bei einem Akkubrand?
Bei einem entstehenden Akkubrand ist sofort der Netzstecker zu ziehen und der Akku ins Freie zu bringen. Achtung: Unbedingt einen Handschuh tragen, da das Gerät heiß ist. Das Gerät ist danach mit dem aufgeblähten Akku nicht mehr benutzbar und der Akku muss entsorgt werden.